Eine TGV Duplex-Fahrt die ist lustig, oder: On est tellement coincés ici!

Nach dem Abschied des geschätzten Kollegen MA (genannt „Aubiee“) verabschiede ich mich auch erst mal in den Kurzurlaub nach Paris, um mit meinen Gefühlen klarzukommen :-D. Und wer das Jahr über mehr als 50000 Kilometer mit dem Fuggerexpress auf der Schiene zurücklegt, der fliegt jetzt nicht plötzlich in die Stadt der Liebe.

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Und weil ja auf jeder Reise unbedingt was vergessen werden muss, werd ich jetzt hungrig nach Paris reisen müssen, da ich mein Supertolles Mega Lunchpaket Zuhause hab liegen lassen :(. Aber dafür werde ich mich heute Abend in Paris mehr als entschädigen. Aber zurück zum Thema: Für mich gibt’s nichts Entspannteres und Schöneres als Zugreisen. Wahrscheinlich bin ich da durch meinen Vater vorbelastet, dessen Vater ein Eisenbahner war. Und so hat sich die Faszination an den rollenden Schienen in die dritte Generation vererbt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie mein Vater mir und meinem Bruder früher bei unseren Städtereisen versucht hat, die landschaftlichen Gegebenheiten nahezubringen. Außerdem kann man sich bei einer Zugfahrt wunderbar in eine Zeitung bzw. Zeitschrift vertiefen und seinen Gedanken nachhängen. Oder Kreuzworträtsel bzw. ein Sudoku lösen wie meine Nachbarn in der gleichen Reihe. Und gut 5 Stunden Zugfahrt von Augsburg nach Paris, das ist doch wirklich nichts! So komfortabel wie der TGV heute den Süden Deutschlands mit der französischen Kapitale verbindet, war es jedoch nicht immer. Als der Osten Frankreichs noch nicht ans Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen war, musste man mit dem Zug erst bis an die Grenze nach Strasbourg fahren und von dort weiter mit dem „Eilzug“ nach Paris kriechen. Vor allem wenn es draußen heiß war, war das echt eine Tortur. Doch das ist Gott sei Dank Vergangenheit. Mittlerweile fahren sogar schon Doppelstöckige TGV zwischen München und Paris.
Kaum schreibe ich diese Zeilen, bin ich auch schon in Stuttgart angekommen, wo zu ein doppelstöckiger TGV auf mich wartet – welche Überraschung!! 🙂 Und auch eine nette Zugbegleitung habe ich am Viersitzer: eine Dame aus Stuttgart, die für ihr Leben gern Bayern-Krimis liest und einen Lokführer aus Waiblingen, derGüterverkehr fährt und mir auch gleich die Nachteile des TGV Euroduplex nannte: Generell sehr eng gebaut, zu enge Gänge (keine Chance für zwei Rollis aneinander vorbeizukommen), wenig Rangiermöglichkeiten beim Einstieg mit Gepäck und die Ablagen über den Sitzen sind auch zu klein und nur für Handgepäck möglich. Koffer und Taschen müssen unter den Sitzen verstaut werden, was den Komfort schon erheblich einschränkt. Fühl mich jetzt, nachdem wir Karlsruhe verlassen haben, schon ein wenig wie in einer Sardinenbüchse. Nach so viel Kritik jetzt aber auch noch ein paar Vorteile: der TGV fährt schneller und man hat auch in der 2. Klasse Steckdosen an seinen Plätzen! (Wichtig, damit ich bis Paris genügend Saft auf meinem IPad habe :
So, zum Abschluss noch ein Statement meiner französischen Sitznachbarin, die eben in Karlsruhe zugestiegen ist:
„On est tellement coincés dans les TGV, c’est n’importe quoi“ :)))
In diesem Sinne: Bon Voyage! Bis bald in Paris.
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