Experiment: Mein erstes B & B in Paris!

Übernachtete ich bei meinen Aufenthalten in Paris bisher meistens in preisgünstigen Hotels am Stadtrand, mach ich diesmal einen auf dicke Hose und schlafe unweit der ehemaligen Residenz der Könige von Frankreich – dem Louvre. Nein, ich habe nicht im Lotto gewonnen. Ein Bettchen im Zentrum ist für jeden erschwinglich. Die Lösung lautet auf Neudeutsch: Bed & Breakfast.

Eigentlich hatte ich mich schon fast wieder darauf eingestellt, in einem zur Accor-Gruppe gehörigen Hotel unterzukommen. Beliebt bei low budget-Kunden sind z.B Etap-Hotels oder ibis budget. Diese haben einfach den Vorteil, dass der Standard von Land zu Land nicht sonderlich großen Schwankungen unterworfen ist. Denn in so elementaren Dingen wie Schlafen geh ich ungern Experimente ein. Man erlebt einfach keine negativen Überraschungen … allerdings auch keine positiven. Es ist wie beim Big Mac – okay, wenn man Hunger hat, er reißt einen aber auch nicht vom Hocker.

Allerdings: Hotels haben einen schwerwiegenden Nachteil, wenn man alleine unterwegs ist. Man sitzt abends ganz allein auf dem Hotelzimmer und starrt in den Hotel-Fernseher und guckt sich die „Guignols de l’Info“, Nachrichten oder M6 an. Schluss mit Langeweile in tristen Pariser Hotelzimmern. In der Kapitale gibt es so viele Menschen, die trotz horrender Immobilienpreise Gästen wie mir gerne ein 10-Quadratmeter-Zimmer zur Verfügung stellen. Weil sie damit a) gutes Geld verdienen und b) neue Leute kennenlernen können – idealerweise natürlich beides. Und Angebot und Nachage trifft sich in diesem Fall im Internet auf Seiten wie zum Beispiel Airbnb , laut Eigenwerbung einer „der weltweit führenden Anbieter). Danke für den Tipp David! 😉

Die Funktionsweise solcher Vermittlungsseiten ist ganz einfach: als Unterkunftssuchender wählt man sich seine Stadt aus, in die man reisen möchte und den Reisezeitraum. Dann werden einem auch schon alle verfügbaren Schlafplätze angezeigt. Bevor man mit den Gastgebern Kontakt aufnehmen kann, muss man sich natürlich erst noch registrieren, ein Bildchen von sich hochladen, ein paar Zeilen über sich schreiben und dann lässt sich schon die Unterkunft buchen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu bezahlen, ich hab’s mit der Kreditkarte getan. Das Geld wird einem sofort vom Konto abgebucht, der Gastgeber erhält es aber erst, wenn man vor Ort ist. Stornieren ist bis einen Tag vor Anreise wohl problemlos möglich (hoffentlich werde ich nicht wieder von einer fiesen Erkältung heimgesucht wie bei meiner allerersten Paris-Reise 😉

Nun zu meiner Wahl, die relativ schnell auf eine gewisse „Armelle“ fiel, die sich selbst als „amoureuse de sa ville“ charakterisiert. Ihr Angebot („Adorable B & B Châtelet – Louvre – Marais“) erschien mir auf den ersten Blick aufgrund der eingestellten Fotos, des Preises (70 Euro pro Nacht. Ach ja, hab ich übrigens schon erwähnt, dass Airbnb für die Vermittlung eine Servicegebühr von 30 Euro erhebt?) und der Top-Lage (Châtelet-Halles -Beaubourg) als unwiderstehlich. Auch nach Durchsicht der Kommentare konnte ich keinen Haken finden, das Feedback war eigentlich durch die Bank hinweg positiv. Hier eine kleine Auswahl:

– Armelle is a kind, graceful and hospitable host
– I thoroughly enjoyed my stay with Armelle!
– Armelle is a wonderful host.
– Nous avons passé un agréable séjour chez Armelle.
– Un très Bon accueill de la part d’Armelle
– Our stay with Armelle was great!
– usw.

Noch Fragen?? Das sollte doch auch einen kritischen Schwaben wie mich beruhigen! 😀

Die Kommunikation per interner Nachricht verlief reibungslos. Armelle antwortete schnell auf alle meine Fragen und erklärte mir auch den etwas komplizierten Zugang zu Ihrem Appartement („Quand vous entrez, vous êtes dans une cour, à Gauche, entrez dans une autre cour. Encore à gauche, il y a une porte blanche (porte a). Sonnez ici“). Hoffentlich verirre ich mich in diesem Fuchsbau nicht, aber ich habe ja auch noch ihre Telefonnummer. Angeblich gibt’s in der Früh auch immer Croissants und Co. Aus der Boulangerie um die Ecke. On verra! Schau mer mal, dann seh mer scho! Ich werde auf jeden Fall in diesem Blog berichten, ob ich mich bei Armelle tatsächlich wie Gott in Frankreich fühle. A bientôt!

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